Cistrose – die Wunderpflanze

Cistrose – lat. Cistus incanus ssp. Tauricus

 

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Die Pflanze:

Cistrose auch graubehaarte Cistrose genannt, ist ein bis zu 1 Meter hoher aromatisch riechender Strauch. Seine Blätter sind eiförmig-lanzettlich und die Blüten rosarot. Die Pflanze wächst nach dem heutigen Kenntnisstand hauptsächlich auf magnesiumreichen Böden. Als Bestandteil von Essenzen ist Cistrose dem germanischen Regelkreis seit mehr als 15 Jahrhunderten bekannt.

Die Anwendung von Cistrose lässt sich bis in das 4. Jahrhundert vor Christus zurückverfolgen. Damals wurde das mechanisch gewonnene Harz der Pflanze nach Ägypten und in den Sudan exportiert, wo es als probates Mittel gegen Bakterien und Pilzbefall geschätzt wurde.

Seit dieser Zeit findet Cistrose auch als Genuss-Tee Verwendung. Die älteste und häufigste Anwendungsform von Cistrose ist der wässrige Extrakt. Dabei werden Zweige und Blätter 5 Minuten in Wasser gekocht und bei lokalen bakteriellen Infektionen sowie zur Infektionsprophylaxe in Form von Körperwaschungen – etwa bei Wöchnerinnen – angewendet. Zum Schutz vor Infektionen werden alternativ Breiumschläge auf offene Wunden gelegt.

Die Biochemie von Cistrose:

Der therapeutische Nutzen der Pflanze ist auf Polyphenole zurückzuführen, die in der Pharmazie seit langem als bakterizide Verwendung finden. Phenolische Verbindungen, die früher als Vitamin P bezeichnet wurden, besitzen zudem Vitamincharakter und stärken generell die körpereigene Abwehr. Jüngste wissenschaftliche Studien belegen sogar, dass Phenole das Risiko von zum Beispiel Darmkrebserkrankungen erheblich verringern.

Die therapeutische Bedeutung von Cistrose:

Hauterkrankungen:
Wie in der Antike wird Cistrose auch heute aufgrund ihrer keimtötenden Wirkung gegen Bakterien, Pilze und Viren eingesetzt. Der einzige Unterschied in der heutigen Zeit ist, dass ihre Wirkweisen inzwischen durch modernste Untersuchungsmethoden belegt worden sind.

Zunächst wurde im Labor mit überaus großem Erfolg die bakterizide Wirkung auf den Akne-Erreger untersucht. Daraufhin wurde Cistrose-Sud im Rahmen einer Studie an Patienten der Hautklinik Bad Rothenfelde angewandt. Auch hier, wie bei diversen anderen Hautschädigungen, wurden hervorragende Ergebnisse erzielt.

Neurodermitis:

Lokal angewandte Cistrose-Lösungen haben in jüngster Zeit in der Neurodermitis-Behandlung große therapeutische Bedeutung erlangt. Eine umfangreiche Studie des Hammers Kinderarztes Prof. G. Weise belegt die schnelle und dauerhafte Besserung des Hautzustandes bei Schulkindern mit ausgeprägtem Krankheitsbild. Medikamentöse Dauertherapien hatten zuvor versagt.

Schleimhauterkrankungen:

An der Universität des Saarlandes wurde Cistrose mit Erfolg gegen Mandelentzündungen und sonstige Entzündungen des Mund- und Rachenraums eingesetzt. Nach drei Behandlungstagen waren die Schmerzen deutlich reduziert oder verschwunden, die Entzündungen deutlich rückläufig. Zudem verzeichneten Zahnärzte eine wirkungsvolle Karies-und Parodontoseprophylaxe. Diese Erfahrungen führten dazu, Cistrose-Lösungen auch bei bakteriell bedingten Schleimhautreizungen im Genitalbereich sowie bei Hämorrhoiden anzuwenden. Zwei Feldstudien hierzu laufen in Österreich. Obwohl die Ergebnisse noch ausstehen, berichten Praktiker bereits über beachtliche therapeutische Erfolge.

Traditionelle Zubereitung:

Cistrose wird nach der Ernte im Schatten durch frische Meeresluft getrocknet. Danach haben sich folgende Zubereitungen bewährt:

Sud:

Zunächst eine Handvoll Kraut (ca.10g) mit 100 – 200ml Wasser 5 Minuten kochen. Dann abkühlen lassen und durch ein Sieb gießen, um die Pflanzenteile zu entfernen. Der Sud ist im Kühlschrank 2 Tage haltbar.

Genusstee:

Cistrose wie schwarzen Tee zubereiten, aber nicht länger als 2 Minuten ziehen lassen, da er sonst bitter schmeckt.

Anwendungsgebiete innerlich:

Tonsillitis:
Entzündungen des Mund und Rachenraumes, täglich 3 – 5 Minuten gurgeln

Parodontose, Gingivites (Entzündungen des Zahnfleischsaumes), Karies-Prophylaxe:
– Täglich 3 – 5 mal spülen
Akne vulgaris: mehrmals täglich als Genusstee
Epithelschutz im Magen-Darm-Bereich: mehrmals täglich als Genusstee

Anwendungsgebiete äußerlich:

Hämorrhoiden, Dekubitus (Geschwürbildung der Haut infolge Druckeinwirkung),
bakteriell bedingte Schleimhautreizung im Genitalbereich:

– Täglich 1 – 3 Sitzbäder 1:10 verdünnt

Akne vulgaris:  Waschungen mit hartem Schwamm ( z.B. Luffa-Gurke)

Neurodermitis, Windeldermatites, Wunddesinfektion, Intertrigo („Hautwolf“):

– Vorsichtige Waschungen, an der Luft trocknen lassen

Wichtig: Auf Kleidung und Gegenständen kann der Aufguss dunkle Flecken hinterlassen.

Quelle: Heilpflanzen Lexikon